• Schulkinder in der Klasse haben Spaß

Nachgefragt: 5 Fragen an Bettina Schwägerl, Pädagogische Leitung St. Maria Fürstenzell

Fürstenzell. Wie entsteht in kurzer Zeit ein neuer Ort für Kinder mit besonderem Förderbedarf? Welche Schritte sind nötig, damit ein Kind in die VHPT aufgenommen wird? Und was bedeutet Schulvorbereitung, wenn jedes Kind seinen ganz eigenen „Rucksack“ trägt? Bettina Schwägerl gibt im Interview mit Andrea Obele Einblicke in den Aufbau der VHPT Fürstenzell, spricht über Förderschwerpunkte von Motorik bis Selbstständigkeit – und darüber, warum Teamgeist, Austausch und ein starkes Netzwerk die wichtigste Grundlage ihrer Arbeit sind.

Porträt-Foto von einer Frau

Die VHPT Fürstenzell wurde letztes Jahr aufgebaut, was war das Besondere dabei?
Ermöglicht wurde die VHPT Fürstenzell überhaupt erst durch eine großzügige Spende der Benefizaktion Sternstunden. In Rekordzeit wurde ein leerstehender Gebäudeteil kernsaniert, ausgestattet und in die bestehende Einrichtung integriert. Die Handwerker und die Pädagogen haben sich sprichwörtlich die Türklinke in die Hand gegeben. Es war ein Kraftakt, aber wir haben es gemeinsam gut geschafft.

Wie können Kinder in die VHPT aufgenommen werden?
Zunächst erfolgt eine Anfrage durch Sorgeberechtigte oder Krippe, Kindergarten, Bezirk, Jugendamt oder andere Fachstellen. Anschließend wird in einem Informationsgespräch mit Sorgeberechtigten, dem Fachdienst und uns der Bedarf festgestellt, der Antrag an den Bezirk Niederbayern gestellt. Nach Zusage der Kostenübernahme kann das Kind aufgenommen werden, wenn ein Platz frei ist.

Was sind die Förderschwerpunkte in der VHPT?
Dazu gehören kommunikative Kompetenzen, das kindliche Spiel, das Verbessern von Motorik und Körperwahrnehmung, eine gewisse Lebenspraxis, verbessertes Sozialverhalten, die Förderung von Selbständigkeit, Sprachförderung und auch eine entsprechende Schulvorbereitung.

Was ist bei der Schulvorbereitung besonders wichtig?

Vor allem die Förderung der individuellen Persönlichkeit. Wir stellen die soziale Entwicklung und die Etablierung von relevanten Schlüsselkompetenzen in den Vordergrund. Die Kinder sollen zunehmend auch außerhalb von Elternhaus und Tagesstätte Sicherheit gewinnen.

Wie gehen die Mitarbeiter mit den Herausforderungen in der VHPT um?
Wenn ein Kind in so jungen Jahren schon so einen schweren Rucksack hat, fordert uns Pädagogen das schon unwahrscheinlich. Deswegen sind intensiver kollegialer Austausch und eine offene Kommunikation über persönliche Belastungsgrenzen so wichtig. Ebenso wichtig ist der Rückhalt, den unsere Leitung und die Gesamteinrichtung bieten. Das Tolle am SLW ist, dass wir alle so gut vernetzt sind, so dass man sich immer irgendwo rückversichern und absprechen kann und man einfach nie allein ist, egal was ist.

Interview: Andrea Obele


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